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3 Tag (07.11.2006)

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Die Nacht war kurz, wie schon die drei davor. Da konnte uns auch der früh morgentliche Alarm nicht wirklich ärgern. Zeitig unter die Dusche, damit wir das Frühstücksbuffet nicht verpassen. Allerdings war es diesmal ein bescheidenes Buffet im Hotel "La Union". Aber das Hotel hat uns eh schon überzeugt und wir können es ruhigem Gewissens empfehlen. Da wir sogar 10 Minuten zu früh fertig sind, spazieren Moni und ich noch durch die Fußgängerzone Cienfuegos. Bereits sind viele Leute auf der Straße, obwohl die Geschäfte, wie es mehrheitlich scheint, erst um 09:00 Uhr aufmachen. Da wird bereits an Steinplatten gemeiselt und die Strasse geflickt. Auch sehen wir ein paar Kleiderläden mit sehr schöner Mode, die wohl nur für Touristen leistbar sind. In solchen Läden kann man sicher nur mit dem convertible Pesus - cuc bezahlen. Diese besitzen im normalen Fall aber nur Touristen. Allerdings kaufen wir nichts, sondern geniessen die Impressionen.

Danach machen wir uns auf den Weg ins Gebirge. Zuvor parkieren wir aber unseren Bus, um auf einen russischem LKW umzusteigen. Bereits werden wir erwartet und unserer 20-köpfigen Reisegruppe stehen zwei gedeckte LKW´s zur Verfügung. Im Nu nehmen wir Platz auf den Holzbänken und tuckern durch kleinere hügelige Dörfer Richtung Gebirge. Moni und ich sassen im zweiten LKW und bekamen die Abgase des ersten voll ab. Wir fahren über eine Stunde. Wir kommen an einem Trainingscamp der Luftwaffe vorbei, an kleinen Bauerngrundstücken mit Kühen oder Plantagen. Bevorzugt wird in dieser Region der Kaffeeanbau betrieben. Das Ganze wird wie immer staatlich kontrolliert. So sorgt die zollartige Strassensperre unterwegs dafür, dass die geernteten Kaffeebohnen kontrolliert an den Staat verkauft werden. Die Bauern können ihre Ernte also schlecht, respektive gar nicht, direkt verkaufen. Der Weg zu unserem Ziel, den El Nicho Wasserfällen, ist steil und von einem nicht geländegängigen Fahrzeug nicht zu bewerkstelligen. Die Straße ist teilweise nur noch eine ausgewaschene Kies- bzw. Matschstrasse mit riesigen Furchen. Unser Fahrer meistert aber die Herausforderung bravourös. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er diese die nächsten 6 Monate jeden Tag fahren wird.

Bei der Hinfahrt kommen wir auch an einem kleinem Dörfchen vorbei und wie es uns Clara erzählt hat, gibt es sogar in solch abgelegenen Orten trotzdem eine Krankenstation (Haus mit Krankenschwestern), oder aber auch eine kleine Schule. Absolut der Hammer war dann jedoch die Schule 15 Minuten später, welche gerade mal 4 Schüler unterrichtete. Sie haben Fernsehanschluss und lernen sogar mit dem PC umzugehen. Zwar kann man in ganz Kuba keinen Computer kaufen und privat besitzen, aber im Beruf braucht kommt sogar in Kuba ohne moderne Technik nicht aus. Wir sahen bei der Schule, ein Häuschen von höchstens 30 qm, natürlich die kubanische Nationalflagge, eine weisse Büste von José Martí*, eine Fernsehantenne und Solarzellen zur Stromversorgung! Hmm, was soll ich sagen... eigentlich ganz clever. Wie uns Clara dann erzählt, ist das Lernen via TV-Programm ein wichtiger Bestandteil für die Schüler wie auch für die ganze Bevölkerung. Von den 4 kubanischen TV-Programmen sind 2 davon zur Ausbildung, also eine Art Schulfernsehen. Die anderen beiden Programme sind für Nachrichten, Sport und Unterhaltung. Natürlich kann man auch diverse Programme aus Amerika, Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern, und was sonst noch empfangbar ist, im Fernsehen sehen. Die schweben also ganz und gar nicht hinter dem Mond.

So, nun aber wieder zum Ausflug. Nach einer steilen, holprigen Passage sind wir dann am Ziel, dem Restaurant, angekommen. Vom Restaurant aus machen wir uns mit dem Tourguide auf dem Weg die Fauna und Flora kennen lernen. Der Weg führt uns durch einen schönen subtropischen Wald, vorbei an interessanten Sträuchern und Bäumen. Mamaya, Mimose, Mangobaum, Safran, und die buntfarbene "African Tulip" sind dazu nur einige Beispiele. Der Weg war stellenweise etwas rutschig und diverse Stellen nur über schmale Holzbrücken und Holztreppen zu ersteigen. Also richtig schön abenteuerlich. Schon nach kurzem Marsch waren wir beim ersten Pool, dem Pool der Verliebten, angelangt. Vorerst gehen wir jedoch noch weiter die Holztreppen höher zu den wunderschönen Wasserfällen. Diese faszinieren sehr und laden zu einem Fotohalt ein. dann geht es noch höher zum Aussichtspunkt, wo wir den Rio Hanabanilla überblicken können. Ebenfalls machen wir noch halt beim obersten Pool in dem bereits ein paar Touristen plantschen. Unser Berliner Reisekollege misst mit seiner Armbanduhr, die auch ein Thermometer hat, 25 Grad Celsius. Aber da springen wir nicht rein. wir müssen wieder runter. Beim Abstieg halten wir nochmals beim Pool der Verliebten um zu schwimmen. Moni und ich haben die Badesachen schon am Morgen wohlweislich darunter angezogen. Allerdings ist die Wassertemperatur für Moni doch ein bisschen zu kalt. vom obersten Becken bis hier unten ist das Wasser halt ordentlich abgekühlt. Ich hingegen geniesse das erfrischende Wasserbecken und wage einige Kopfsprünge ins kühle Nass. Danach machen wir uns wieder auf den Rückweg.
Beim Restaurant angekommen sind wir auch schon ganz hungrig. Es wird nett angerichtet und es gibt Brathähnchen mit Kartoffeln und Früchte sowie einen Mangodrink. Die Hähnchen sind fein gebraten und mir schmeckt es vorzüglich. Nach dem Essen besteigen wir wieder den LKW und fahren die gleiche Strecke zurück.
Unterwegs unterhalte ich mich noch mit unserem Tourguide. War noch ganz interessant. Er macht diese Tour über 6 Monate lang, 7mal in der Woche. Nichts anstrengendes, aber auch nicht gerade die grösste Herausforderung. Aber im Tourismus tätig zu sein ist schon mal ganz gut. Er hat noch nie Schnee gesehen, ausser im TV, und träumt von einem eigenen Auto. Wobei selbst eine alte Schrottlaube 3.000,- Pesus kostet und er sich das nie wird leisten können. Irgendwie glaube ich zu bemerken, dass es aber auch nicht sein allergrösster Herzenswunsch sein kann, da er nicht bereit ist mehr Energie aufzuwenden um sein Ziel zu erreichen. So wie es jetzt ist, scheint es doch ganz okay zu sein.

Als wir wieder den Bus bestiegen haben, begeben wir uns auf den Weg nach Trinidad. Da wir ja die DeLuxe-Tour gebucht haben erklärt uns Clara noch die eine oder andere Sehenswürdigkeit. Die Stadt wurde von der Unesco aufgenommen und zählt nun mit seinem alten kolonialen Stadtkern zum Weltkulturerbe. Interessant sind, wie auch sonst, die farbigen Häuser (gelb, grün, hellblau, rosa) und die Tatsache, dass die Fenster vielfach die Grösse, respektive die Länge, der Türen vorweisen. Das wurde von den Spaniern so gebaut, damit die Luft besser durch die Räume zirkulieren konnte und es somit kühler war. Wir besteigen über eine sehr schmale Holzwendeltreppe einen Aussichtsturm, wo wir einen guten Ausblick über, die doch eher kleine Stadt Trinidad, erhalten. Bei unserem individuellen Spaziergang durch die Gässchen kaufen wir uns noch ein handgemaltes Bild. Es zeigt ein altes Auto in einer typischen kubanischen Szene und soll als Andenken an unsere Kubareise einmal unsere Wohnzimmerwand zieren. Beim Bezahlen des Bildes (20 cuc ohne Handeln) sagt uns dann die Verkäuferin, dass sie es gemalt hat und sie Kunstmalerei studiert hat. Schade, war das Bild schon eingepackt, sonst hätte ich gern noch ein Foto vom Bild mit der Künstlerin gemacht.

Draussen hat es schon eingenachtet und wir fahren zum Hotel Brisas Trinidad del Mar, dem letzten Hotel unserer Rundreise. Das Hotel liegt 15 km von Trinidad entfernt, auf einer Halbinsel, am karibischen Meer. Die Anlage sieht auf dem ersten Blick toll aus, bekommt von uns aber die schlechteste Bewertung. Die sanitären Anlagen in unserem Zimmer 5207 sind ein Witz, nur zwei dünne Wasserstrählchen sind der Dusche zum entlocken und die Handtücher sind zerrissen. Schade, da hilft nur ein Sprung in den Pool. Das Nachtessenbuffet ist dann noch ganz annehmbar. Der Hunger lässt sich allemal damit stillen. Danach noch ein Schlummertrunk und wir gehen zu Bett. Insgeheim freuen wir uns aber jetzt schon auf unser Paradisus Hotel, wo wir dann nicht immer wieder packen müssen und, last but not least, auch auch mal länger als 07:30 Uhr liegen bleiben können.

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José Martí

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José Martí
José Martí
Die Büste von José Martí
Die Büste von José Martí
Grabmal von José Martí
Grabmal von José Martí

José Julián Martí y Pérez (* 28. Januar 1853 in Havanna, Kuba; † 19. Mai 1895 in Dos Ríos, Kuba) gilt als kubanischer Nationalheld und Symbol für den Unabhängigkeitskampf des Landes. Seine Eltern waren beide spanischer Nationalität, der Vater im Militärdienst nach Kuba versetzt, die Mutter von den Kanaren.

Martí begann bereits als Jugendlicher, Gedichte zu schreiben und mit dem Widerstand gegen die spanische Kolonialherrschaft zu sympathisieren. Dafür wurde er 1871 zu Zwangsarbeit verurteilt und nach Spanien deportiert, wo er in Saragossa Jura studierte.

Er kehrte 1878 nach Kuba zurück, wurde aber bereits 1879 wieder ins Exil geschickt. 1881 zog er nach New York.

Im Exil in Mexiko und den USA verfasste er mehrere Schriften, darunter den Gedichtband versos sencillos ("einfache Verse"), aus dem der Text des bekannten Liedes Guantanamera stammt.

Aus dem Exil organisierte Martí den politischen und militärischen Kampf gegen die spanische Kolonialmacht. Zusammen mit den kubanischen Tabakarbeitern in Florida/USA gründete er 1892 die Partido Revolucionario Cubano (Kubanische Revolutionspartei) und brachte die wichtigsten militärischen Führer des Guerillakrieges von 1868-1878, Máximo Gómez und Antonio Maceo, dazu den Kampf gegen Spanien wieder aufzunehmen.

1895 kehrte José Martí nach Kuba zurück, um am Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien teilzunehmen. Am 19. Mai dieses Jahres fiel er in Kämpfen bei Dos Rios in der damaligen Provinz Oriente.

Das Grabmal von José Martí befindet sich in Santiago de Cuba auf dem Friedhof Cementerio Santa Ifigenia. Vor dem Grabmal wird von einer Ehrenwache regelmäßig ein Wachwechsel zelebriert.

Eine Büste von José Martí steht vor jeder kubanischen Schule. Sie steht vor dem Gebäude oder auf dem Schulhof.