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4 Tag (08.11.2006)

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Um 08:30 Uhr ging die Fahrt in Trinidad los. Das Hotel war wirklich schlecht geführt. Ich habe noch nie soviel Geduld beim Duschen aufwenden müßen, aber ich wollte nicht wie Reto ins Pool springen. Wollte mich eben nicht mit Chlorwasser waschen. Und mit etwas Nadel und Faden und etwas guten Willen hätte man hier auch einiges leisten können und beim Gast einen besseren Eindruck hinterlassen. Ich war froh hier nur eine Nacht verbringen zu müßen. In der Nacht wachte ich auf, weil Lärm aus dem Bad kam. Reto mußte sein Können als Installateur (Klemptner) beweisen. Er wollte doch eigentlich nur einem natürlichen Drang nachgeben, aber dann funktionierte die Spülung nicht wirklich. Also nahm er den Deckel vom Spülkasten ab und reparierte sie. Dann rutsche ihm das Ding aber aus der Hand und es krachte recht ungalant auf den Kasten zurück. Ich hab mich über die nächtliche Störung doch sehr gewundert. Ich dachte nur, wie traurig, daß hier nichts richtig funktioniert. Als ich am Morgen im Bus saß und auf´s Abfahren wartete, sah ich mir nochmals den Eingangsbereich an. Er war wunderschön gemacht, sauber und bunt. Nie würde man hinter einer so liebevoll gestalteten Fasade ein so mieses Hotel vermuten. Ich dachte mit Entsetzen an unser Hotel in Varadero, auch ein "All-inclusive-Club" und befürchtete, daß dort ähnliche Zustände herrschen könnten. Außerdem graute mir davor für den Rest meines Urlaubes so ein Plastikband am Handgelenk tragen zu müßen. Mir hat es für diese Nacht schon gereicht. Reto zerrte und knabberte an seinem Armband bis es ab war. Ich behielt meines noch oben, sollten die an der Rezeption in unserem Hotel es doch abschneiden, wenn sie mir ihres verpassen (zu meiner großen Freude war das dann aber nicht der Fall).

Die Fahrt ging los und führte uns die bekannte Strecke zurück. Clara erzählte wieder. Es begann ganz schön zu regnen. Wir sahen kubanische Cowboys am Straßenrand reiten und ihre Hunde liefen daneben her. Die Augen zugedrückt trotzten sie tapfer den Regentropfen und folgten treu ihren Herren. Pferd und Reiter trieften auch ganz schön von dem Regenwasser. Das galt auch für die imposanten Geier, die sonst zu dutzenden ihre Kreise am Himmel zogen. Als es aufgehört hatte zu regnen, kamen wir an ein paar Bäumen vorbei, deren Äste voll waren von diesen großen schwarzen Vögeln, die nun ihr Gefieder an der Sonne trockneten. Ein Baum war ganz kahl inmitten der saftig grünen Landschaft. Da saßen diese Aasfresser mit dem Rücken zur Sonne, in kerzengerader aufrechter Haltung, die Flügel vom Körper gespreizt, die Köpfe zur Seite gedreht. Als wollten sie mit einem Auge die Sonne im Blick behalten, zur Sicherheit, damit sie sich ja nicht wieder hinter einer dicken Wolke versteckt. Es war irgendwie ein faszinierender Anblick und ich ärgerte mich, daß ich die Kamera nicht schußbereit hatte. Außerdem war unser Busfahrer sowieso zu schnell unterwegs. Aber mir wird dieses Bild noch lange im Gedächtnis bleiben. Clara erzählte uns indessen vom kubanischen Gesundheitssystem. Alles ist kostenlos, außer ambulante Behandlungen und die Medikamente. Sogar Schönheitsoperationen werden bezahlt. Man bekommt Verhütungsmittel kostenlos und sollte doch was passieren, ist eine Abtreibung bis zum 3. Monat möglich. Auf einen Arzt kommen 200 Patienten und somit ist Kuba eigentlich gut medizinisch versorgt. Sie zeigte uns ihre Lebensmittelkarte. Ein kleines Büchlein in dem für 12 Monate die wichtigsten Grundnahrungmittel und Dinge des täglichen Bedarfs vorgedruckt waren und immer wenn Clara eines dieser Dinge bezog, wurde es im Büchlein abgehakt oder besser gesagt abgestempelt. Das neue, man könnte sagen Gutscheinheft, wird nun bald wieder ausgefolgt, da das Jahr ja schon zu Ende geht. Wir machen einen kurzen Halt bei einer Raststation weil der Bus getankt werden mußte. Ich kaufte ein paar schwarzweiß fotografierte Ansichtskarten vom alten Kuba, von Che Guevara und den Revolutionären hoch zu Roß. Dann fahren wir weiter und erreichten schließlich Varadero. Wir fahren ein Hotel nach dem anderen an und schön langsam löst sich die Reisegruppe auf. Es wird gewunken was das Zeug hält. Wir hatten doch wirklich Glück mit der Gruppe, denn es waren alle sehr in Ordnung und ich denke wir waren ein ganz netter Haufen. Darum hatte Reto auch die Idee, die E-Mail-Adressen auszutauschen. Ich hoffe es hat euch auch so gut gefallen und ihr hattet Spaß beim Lesen unseres Reisetagebuches. Pulizerpreis werden wir dafür zwar keinen bekommen, aber es hat viel Spaß gemacht es zu schreiben. Und ich hoffe es gefallen euch die Fotos die wir geschossen haben. Auch damit gewinnen wir sicher keinen Blumentopf, aber ich finde sie trotzdem schön.

Unser restlicher Urlaub nach dieser Rundreise verlief übrigens auch traumhaft. Das Hotel war echt schwer in Ordnung, da gab es nichts zu klagen. Das Meer war wunderschön und die Poollandschaft war einmalig schön. Sowas hätte ich gerne in meinem Garten, wenn ich einen so großen Garten hätte. Wir haben noch einige Fotos geschossen und einen Haufen Souveniers erstanden. Haben alle in einer großen "Che-Guevara"-Tasche Platz *grins*. Außerdem haben wir mit dem Bus und den Roller Varadero besucht und an einer "Seafari" teilgenommen. Das heißt wir sind mit einem Katamaran übers Meer geflitzt, haben schnorcheln können und sind mit Delfinen geschwommen (Foto inklusive). Und sogar unsere Heimreise war perfekt, weil wir das Glück hatten und von der Reiseleitung nicht im Hotel vergessen, sondern pünktlich abgeholt wurden. Ein Service, das leider nicht jeder genießen konnte.

Nun sind wir wieder in der Schweiz und ich werde bald wieder nach Österreich fahren. Freue mich schon die Mitbringsel zu verteilen, von der Reise zu erzählen und die Fotos herzuzeigen. Aber euch erging es vermutlich nicht anders. Wünsche allen noch viele schöne Urlaubsreisen und wer weiß, vielleicht trifft man sich ja wieder mal, beim einen oder anderen Abenteuer. Servus und Grüezi miteinand´.